Lügen- und Lesestoff

Gelogen

Es ist wie in einem Groschenroman und mittlerweile amüsiert es mich mehr als dass es mich schreckt: Feliks bemüht sich, alle Spuren zu verwischen, die eindeutig zeigen, dass es ihm darum ging, manipulative Informationen über mich und andere zu verbreiten. Was meinen Wikipedia-Eintrag angeht, so ist plötzlich wie aus dem Nichts eine Wikipedia-Autoren-Kollegin aufgetaucht und hat — schwuppdiwupp — einen ganz neuen Artikel über mich geschrieben. Man könnte fast meinen, da wird eine ganz andere Person beschrieben als zuvor. Wo diese freundliche Autorin plötzlich herkam, was ihre Beweggründe sind… man weiß es nicht. Und es ist, mit Verlaub, auch gar nicht so wichtig, zumindest was meinen bescheidenen Eintrag angeht. Viel wichtiger ist, dass wir herausfinden,  was es genau damit auf sich hat, wenn Leute auf der mittlerweile weltweit größten Wissensplattform Wikipedia Artikel verfassen, die nicht neutrales Wissen vermitteln, sondern tendenziös sind. In der 20-minütigen neuen Folge #12 der ‚Geschichten aus Wikihausen‘ gibt es wieder interessante Entdeckungen.

Wer mehr darüber erfahren und vor allem Dirk Pohlmann, Markus Fiedler und einige andere live und in Action erleben will, kann am kommenden Samstag in Wien die große Wikihausen-Konferenz besuchen, zu der auch ich einen kleinen Beitrag als Referentin leisten werde. Ob Münchhausen, Pinocchio oder andere Lügenbarone persönlich anwesend sein werden, wird noch nicht verraten, nur so viel:
Am Samstag, den 13. Oktober, 15 Uhr, Penzingerstr. 72, 1140 Wien
geht’s los und hört nicht vor 22 Uhr wieder auf! Es wird bestimmt ein großer Spaß und wir freuen uns auf ein zahlreiches, interessiertes, neugieriges Publikum!


Gelesen

Drei Bücher beschäftigen mich diesen Herbst derart, dass ich sie Dir empfehlen möchte, zwei Sachbücher und ein Roman.

Zunächst für Liebhaber der Belletristik der neue Roman von Daniel Speck, bei dessen Präsentation ich letzte Woche sowohl im Münchner Literaturhaus als auch am historischen Ort in Tunis dabei sein durfte. Beide Lesungen waren ein überzeugender Auftakt zur Lektüre dieses Romans, der große Freude macht und den man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Piccola Sicilia  ist wieder (wie Daniels erster Roman ‚Bella Germania‘) eine berührende Familiengeschichte voller überraschender Wendungen, die sich zwischen dem heutigen Berlin  und dem Tunis der 40er Jahre abspielt und in deren Zentrum drei Frauen aus drei Generationen stehen. Juden, Christen und Muslime leben in guter Nachbarschaft nebeneinander, bis die deutsche Wehrmacht kommt… Mehr will ich nicht verraten, aber ich kann Dir versprechen, dass Du hingerissen sein wirst von den Bildern und den Charakteren,  die hier beschrieben werden und die auf wahren Begebenheiten beruhen. HIER geht’s zur Leseprobe.


Der Frage, ob Muslimischer Antisemitismus eine Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden in Deutschland ist, geht der Kultur- und Politikwissenschaftler David Ranan nach. Dazu hat er über 70 Interviews mit muslimischen Studierenden und Akademikern geführt — und kommt zu überraschenden Ergebnissen, wie er sowohl bei der Buchpräsentation im Münchner NS-Dokumentationszentrum als auch im Interview mit den Aachener Nachrichten beschreibt. Er sagt: „Für viele in der deutschen Gesellschaft ist es bequemer, über muslimischen Antisemitismus zu reden als über den eigenen. … Die große Angst ist übertrieben.“ Sehr interessant, empfehlenswert! Mehr zu dem Buch HIER.


Ich würde lügen, wenn ich behauptete, die Lektüre von Michael Lüders‘  neuem Buch Armageddon im Orient würde ‚Spaß‘ machen. Große Freude kommt nicht auf, wenn man liest und begreift, welche Interessen vorherrschen zwischen den USA und den Saudis, welche Rolle der Iran spielt — und wie vielen Menschen das schon das Leben gekostet hat und möglicherweise noch kosten wird. Gerade daher halte ich es für ein wichtiges Buch für alle, die die geopolitischen Zusammenhänge im Orient verstehen und einen Beitrag dazu leisten wollen, dass es vielleicht doch nicht so schlimm kommt wie zu befürchten ist. Das Buch und eine Leseprobe gibt’s HIER.


Musikalisch wird’s bei mir erst wieder am 9. November mit dem Gedenkprogramm UNTER DEINEN WEISSEN STERNEN zur Reichspogromnacht in der ev. Kirche in Grafing. Das Konzert findet im Rahmen einer Veranstaltungsreihe statt — hier dazu der Flyer. Und am 25. November kannst Du wieder einen ganzen Tag lang mit mir an Deiner Präsenz und Wahrnehmung arbeiten bei einem Workshop im Freien MusikZentrum München. Infos und Anmeldung HIER bzw. auf S. 100 des Programmheftes des FMZ .


Ich grüße herzlichst und freue mich auf ein Wiedersehen!

3 Gedanken zu „Lügen- und Lesestoff“

  1. Liebe Nirit, ich habe ja meine Mitgliedschaft auf Grund des lügenhaften bzw. lückenhaften Artikels über Dich gekündigt und wurde auch sofort von meiner Mitgleidschaft entbunden.
    Herzliche Grüße und vielen Dank für die Buchtips.

    Hiltrud

  2. Wikipedia ist leider (schon immer?) zum Schlachtfeld auch in Sachen Nahostkonflikt geworden. Dieser Versuch des Hasbaristen „Feliks“ zu einem Rufmord an Ihnen ist freilich hart an der Grenze zur Straftat.

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