Neue Initiative am Start

Heute bekommen Hunderte von Menschen in Deutschland das folgende Schreiben. Ich habe es zusammen mit einigen Mitstreitern verfasst – wundert Euch also nicht über den offizielleren Ton. Bitte lest es, leitet es weiter und lasst Euch zum Mitmachen animieren:
Die Zeit ist reif für Gerechtigkeit.
Herzlich,
NL_Signatur2013

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

wir haben im April 2016 das Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung (BiB) gegründet.

Ziel unseres Bündnisses ist: Koordinierte Werbung in der Öffentlichkeit und bei unseren politischen Repräsentanten für die Einhaltung rechtsstaatlicher und völkerrechtlicher Normen in den von Israel seit 1967 besetzten palästinensischen Gebieten und für ein Ende dieser Besatzung. Zu diesem Zweck möchten wir in Deutschland lebende Menschen, insbesondere jüdischer und palästinensischer Herkunft, zu gemeinsamem Handeln zusammenführen.

Hierfür planen wir verschiedene Aktivitäten und Kampagnen. Unsere erste aktuelle Kampagne findet Ihr im Anschluss an diesen Text.

Wir streben als Verein den Eintrag ins Vereinsregister sowie die Gemeinnützigkeit an. Ihr könnt mit unserem Bündnis Kontakt aufnehmen über unsere Website www.bib-jetzt.de oder per e-mail an info@bib-jetzt.de.

Unsere Grundsatzerklärung sowie weitere Informationen zu BIB und den Gründungsmitgliedern können ab sofort online unter www.bib-jetzt.de nachgelesen werden. Für vertiefende Informationen zu allen damit zusammenhängenden Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Gründungsmitglieder:
Prof. Dr. Rolf Verleger, Dr. Martin Breidert, Dr. Yazid Shammout  (Vorstand)
sowie
Judith Bernstein, Prof. Dr. Ghaleb Natour, Prof. Dr. Norman Paech, OB Dr. Albrecht Schröter, Nirit Sommerfeld, Prof. Dr. Udo Steinbach
Beirat: Dr. Rupert Neudeck, Prof. Dr. h.c. Horst Teltschik

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Unsere aktuelle Kampagne #1: Sollen Kopfschüsse normal werden?

Der israelische Soldat und Sanitäter Elor Asarja wurde dabei gefilmt, wie er in Hebron den nach der Abwehr seines Messerattentats verletzt am Boden liegenden 21-jährigen Abd al-Fatah Jusri al-Scharif gezielt und ohne Not durch Kopfschuss tötete.

Dies kann hier angesehen werden: http://m.btselem.org/firearms/20160324_soldier_executes_palestinians_attaker_in_hebron

Die Mehrheit der jüdischen Israelis ist gegen eine Bestrafung des Soldaten, in flagranter Missachtung zivil- und kriegsrechtlicher Normen. Viele Israelis nennen Asarja einen Helden. Siehe dazu hier z.B. eine Bürgerversammlung in Asarjas Heimatstadt Ramleh: http://www.alternet.org/grayzone-project/watch-israelis-rally-soldier-who-executed-palestinian-rage-netanyahu-not-cheering

Schon im Januar 2016 verlangte die schwedische Außenministerin Margot Wallström wegen ähnlich problematischer Exekutionen seit Beginn der „Messer-Intifada“ eine internationale Untersuchung der außergerichtlichen Tötungen in Israel. Diese Initiative griffen weder die deutsche noch die EU-Politik auf.

Daher möchten wir Sie zu einer koordinierten Aktion ermuntern: Bitte schreiben Sie an den EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz, an unseren Außenminister Frank-Walter Steinmeier, an Bundestagsabgeordnete Ihres Wahlkreises sowie an weitere Personen Ihrer Wahl, dass Sie die Initiative der schwedischen Außenministerin unterstützen: Internationale Untersuchung der mehr als 200 durch israelische bewaffnete Kräfte durchgeführten außergerichtlichen Exekutionen seit Oktober 2015.

Mit unseren vorbereiteten Links und Texten (s.u.) dauert das keine zwei Minuten und kann große Wirkung zeigen!

Weiterhin: Der Mann, der die Ermordung al-Scharifs filmte, als Korrespondent der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem, ist der Hebroner Emad Abu-Schamsija. Er wird nun von rechtsradikalen Israelis als Denunziant verunglimpft und bedroht. Setzen Sie sich bitte für Abu-Schamsija ein, überlegen Sie bitte, ob er für eine Einladung nach Deutschland oder eine Preisverleihung für investigativen Journalismus in Frage kommt.

Wichtig: Bitte setzen Sie uns CC (info@bib-jetzt.de), wenn Sie Mails schreiben, oder mailen Sie uns Kopien Ihrer Schreiben, damit wir einen Eindruck von der Resonanz unserer Kampagnen erhalten und an Verbesserungen arbeiten können.

Jedes Schreiben zählt! Zeigen wir der Politik und der Öffentlichkeit, dass unsere Freundschaft zu Israel nur durch Einhaltung von Völker- und Menschenrecht Bestand haben kann und dass wir gleiches Recht für alle fordern – darauf sollten wir bestehen!

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Links – Diese Menschen sollten Sie anschreiben:

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Text für ein Anschreiben, den Sie so oder als Vorlage für Ihren individuellen Text verwenden können:

Sehr geehrter Herr EU-Parlamentspräsident Schulz / Herr Außenminister Steinmeier / Frau/Herr Abgeordnede/r …… ,

mit Entsetzen beobachten wir seit Beginn der sogenannten „Messer-Intifada“ die Zunahme außergerichtlicher Tötungen auf israelischem und palästinensischem Gebiet: Seit Oktober 2015 gab es über 200 solcher Tötungen durch israelische bewaffnete Sicherheitskräfte – die Details sind Ihnen sicher bekannt.

Auf politischer Ebene wurde bisher nur von der schwedischen Außenministerin Margot Wallström eine internationale Untersuchung dieser Exekutionen angeregt, aber nie umgesetzt. Wir möchten Sie daher dringend auffordern, Frau Wallströms Initiative seitens der EU aufzugreifen und klar zu diesen Vorgängen Stellung zu beziehen. Aus meiner Sicht werden durch solche Tötungen, denen oft Minderjährige zum Opfer fallen, Menschenrechte massiv verletzt. Dies kann die EU nicht kommentarlos hinnehmen, zumal uns Europäer engste Beziehungen mit Israel verbindenden. Damit diese nicht eines Tages zerbrechen, müssen wir von Israel die Einhaltung rechtsstaatlicher und völkerrechtlicher Normen fordern.

Bitte lassen Sie mich wissen, was die EU in dieser dringenden Angelegenheit zu unternehmen gedenkt. Vielen Dank für Ihren Einsatz!

Mit freundlichen Grüßen,

(Ihren Namen nicht vergessen!)

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Weiterleitung an Freunde

Kopieren Sie dieses Schreiben in eine neue Email, setzen Sie den folgenden Text an den Anfang und senden Sie die Mail an Einzelne oder an Ihren Verteiler:

Liebe Freundinnen und Freunde,

wollt Ihr auch an einer Aktion teilnehmen und Politiker fragen, was sie gegen außergerichtliche Tötungen von Palästinensern durch israelische Sicherheitskräfte unternehmen werden? Dann lest diese Mail und schreibt an Eure MdB. Danke!

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Wir danken Ihnen und sind sehr gespannt auf Ihre Rückmeldungen.

Mit engagierten Grüßen,

Unterschrift

Nirit Sommerfeld
BIB-Geschäftsstellenleiterin

www.bib-jetzt.de

www.facebook.de/bibjetzt

BIB
Bild-LogoBündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung e.V. i. Gr.

 

2 Gedanken zu „Neue Initiative am Start“

  1. Sehr gut, liebe Nirit. Ich werde noch heute versuchen einen entsprechenden Brief zu schreiben.
    Danke Euch allen für die Gründung.
    Shalom

    Hiltrud

  2. Heute ist der 100. Geburtstag von Jehudi Menuhin. Von ihm habe ich folgendes Wort gelesen:

    „Wir sollten unsere Kunst, unsere Landschaften, unsere Sorgen
    und Freuden teilen, wir sollten unseren Horizont erweitern.
    So werden wir echtes Verständnis gewinnen für Menschen, die
    unter Verfolgung leiden.“
    Yehudi Menuhin (Musiker und Humanist, 1916–1999)

    Vor ein paar Tagen kam in kulturzeit ein Interview mit ihm, in dem er sich erschüttert zeigte über die Entwicklung der jüdischen Geschichte seit der Schoa. Es steht mir als Deutschem nicht zu, mir seine Position zu eigen zu machen; doch ich fühle mich den Kräften im Judentum verbunden, die so handeln, wie er es oben angeregt hat.

    Gesegnetes Pessach allen, die es feiern!

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